

Die Sonne ist eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen für unsere Gesundheit. Sie beeinflusst unseren Schlaf-Wach-Rhythmus, unsere Stimmung und ermöglicht die Bildung von Vitamin D in der Haut. Gleichzeitig steigt bei übermäßiger UV-Belastung das Risiko für Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs. Viele Menschen suchen daher nach einem ausgewogenen Weg zwischen Sonnengenuss und Sonnenschutz.
In den vergangenen Jahren wurde häufig der Eindruck vermittelt, Sonnenlicht müsse möglichst vollständig vermieden werden. Dabei ist ein maßvoller Aufenthalt in der Sonne für zahlreiche körperliche Prozesse wichtig.
Unter Einfluss von UVB-Strahlen bildet die Haut Vitamin D, das für Knochen, Immunsystem, Muskeln und zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt wird. Viele Experten sehen deshalb kurze, individuell angepasste Sonnenexpositionen ohne Sonnenschutz als sinnvoll an – selbstverständlich ohne Sonnenbrand zu riskieren.
Mineralische Sonnenschutzmittel enthalten meist Zinkoxid oder Titandioxid. Sie verbleiben überwiegend auf der Hautoberfläche und reflektieren beziehungsweise streuen UV-Strahlen.
Vorteile:
Nachteile:
Chemische Filter absorbieren UV-Strahlung und wandeln sie in Wärme um.
Vorteile:
Nachteile:
Besonders kritisch diskutiert wird der UV-Filter Octocrylen. Studien zeigen, dass sich daraus das Abbauprodukt Benzophenon bilden kann. Benzophenon wird von Wissenschaftlern hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Risiken untersucht. Gleichzeitig betonen Behörden, dass die Bewertung komplex ist und weitere Forschung erforderlich bleibt.
Für Aufsehen sorgten Untersuchungen des Umweltbundesamtes und der Verbraucherzentralen. Dabei wurde in Urinproben von Kindern und Jugendlichen erneut ein seit Jahren in Kosmetik verbotener Weichmacher beziehungsweise dessen Abbauprodukte nachgewiesen.
Laut der Verbraucherzentrale wurde als wichtige Quelle Sonnenschutzmittel mit bestimmten UV-Filtern identifiziert, die mit dem Weichmacher DnHexP verunreinigt sein können. DnHexP gilt als reproduktionstoxisch und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Die Belastung wurde in zahlreichen Urinproben von Kindern festgestellt. Die Behörden arbeiten derzeit an strengeren Grenzwerten für entsprechende Verunreinigungen.
Neben äußerem Schutz beschäftigen sich viele Naturheilkundler mit der Frage, wie die Haut von innen unterstützt werden kann.
Astaxanthin ist ein roter Pflanzenfarbstoff aus der Gruppe der Carotinoide, der natürlicherweise in Algen, Lachs und Krill vorkommt.
In einer placebokontrollierten Studie zeigte Astaxanthin eine Erhöhung der sogenannten minimalen Erythemdosis. Vereinfacht bedeutet dies, dass die Haut etwas widerstandsfähiger gegenüber UV-bedingter Rötung wurde. Außerdem konnten positive Effekte auf Hautfeuchtigkeit und Hautbarriere beobachtet werden.
Wichtig ist jedoch:
Astaxanthin ersetzt keinen Sonnenschutz. Es kann die natürliche Widerstandsfähigkeit der Haut möglicherweise unterstützen, blockiert UV-Strahlen jedoch nicht wie Kleidung oder Sonnenschutzmittel.
Naturheilkundlich interessant sind außerdem:
Diese Stoffe können dazu beitragen, oxidativen Stress nach Sonnenexposition zu reduzieren und die Regeneration der Haut zu unterstützen.
Oft wird vergessen, dass der effektivste Sonnenschutz nicht aus der Tube kommt.
Besonders bewährt haben sich:
Diese Maßnahmen reduzieren die UV-Belastung unmittelbar und ohne Belastung durch zusätzliche Inhaltsstoffe.
Nach dem Sonnenbad können natürliche Öle die Regeneration unterstützen:
Wichtig: Diese Öle können die Haut pflegen, ersetzen jedoch keinen geprüften Sonnenschutz.
Ein gesunder Umgang mit der Sonne bedeutet nicht, sie zu meiden, sondern sie bewusst zu nutzen. Kurze Sonnenexpositionen unterstützen die körpereigene Vitamin-D-Bildung. Bei längeren Aufenthalten können mineralische UV-Filter, schützende Kleidung und Schatten sinnvoll sein.
Aus naturheilkundlicher Sicht lohnt sich zudem der Blick auf eine antioxidantienreiche Ernährung. Astaxanthin, Lycopin, Vitamin C und andere sekundäre Pflanzenstoffe können die Haut dabei unterstützen, mit oxidativem Stress durch UV-Strahlung besser umzugehen. Sie ersetzen jedoch keinen zuverlässigen Schutz vor übermäßiger Sonnenbelastung.
Die aktuellen Diskussionen um chemische UV-Filter und den Nachweis reproduktionstoxischer Weichmacher-Verunreinigungen zeigen, dass Verbraucher die Inhaltsstoffe ihrer Sonnenschutzprodukte kritisch hinterfragen dürfen und sollten.